Einbruchschutz in Wiener Privathaushalten
Dieses Forschungsprojekt befasst sich mit dem Thema Einbruchschutz aus sozialwissenschaftlicher Perspektive. Dabei gilt es, die Bedeutung von Wohnsicherheit und entsprechenden Vorkehrungsmaßnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln zu erfassen, um daraus ein besseres Verständnis bezüglich des Zusammenwirkens von Bewohnern, Sicherheitsindustrie, Polizeilicher Beratung und Wohnbauträgern zu entwickeln. Als Ausgangspunkt für diese Studie gilt die latente Unzufriedenheit der Behörden, wonach eine Strategie des Appellierens an das individuelle Engagement der Bewohner zum Einbruchschutz nicht befriedigend erscheint.
Sicherheitsmaßnahmen zum Einbruchschutz in Privathaushalten werden hauptsächlich als Reaktion in Folge eines Wohnungseinbruchs getroffen. Das Ziel einer umfassenden Kriminalpräventionspolitik sollte aber sein, die Menschen in Privathaushalten dazu zu motivieren, präventiv gegen Wohnungseinbruch Schutzvorkehrungen zu treffen. Es stellt sich daher erstens die Frage, in welcher Form Wohnbauträger, Polizei und Sicherheitsindustrie als Konsulenten das Eigenengagement der Bewohner zu Vorkehrungsmaßnahmen unterstützen können, ohne dabei Verbrechensfurcht zu schüren. Zweitens soll aber auch nach Möglichkeiten der Eigenleistung von Wohnbauträgern zum Einbruchschutz gefragt werden.
Konkret sind zwei Fragen zu beantworten:
1. Wodurch können Menschen in Privathaushalten motiviert werden, sich mehr für die Möglichkeiten zum Schutz gegen Wohnungseinbruch zu informieren und vermehrt Maßnahmen zur Umsetzung zu setzen?
2. In wie weit ist das Angebot der Gemeinde Wien zur Förderung des Einbaus einbruchshemmender Wohnungseingangstüren überhaupt bekannt, welche Bevölkerungsgruppen interessieren sich dafür, und ist dieser Anreiz wirksam für ein Umdenken insbesondere unter dem Aspekt der sozialen Treffsicherheit?Das vorliegende Projekt stellt sich die Aufgabe, die administrativen und sozialen Voraussetzungen zu untersuchen, die eine umfangreiche Kriminalprävention im Wohngebiet ermöglichen. Dabei zählt nicht nur die Einstellung der Bevölkerung, sondern insbesondere auch die Erfahrung von Wohnbauträgern mit Initiativen zur Verbesserung des Einbruchschutzes.
In einer sozialwissenschaftlichen Untersuchung werden verschiedene quantitative und qualitative Forschungsmethoden eingesetzt. Um ein besseres Verständnis von Einstellungen der Bewohner in Privathaushalten zu erlangen werden frühere Umfrageergebnisse ausgewertet und mit Ergebnissen einer neuen, auf das Thema Einbruchschutz fokussierten repräsentativen Telefonumfrage ergänzt. Zweitens werden einzelne Wohngebiete mit unterschiedlichen Baustrukturen (Gemeindebau, Reihenhaussiedlung, Altbau) ausgewählt und Experteninterviews mit Vertretern der Gebietsbetreuung, Verantwortlichen der Wohnbaugenossenschaften und ausgewählten Hausverwaltungen durchgeführt. Drittens werden mit interessierten Anrainern Gruppendiskussionen zum Thema Einbruchschutz geführt.