Schritt für Schritt

(gefördert im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EQUAL aus Mitteln des ESF und des BMWA)

Die Gruppe der Strafgefangenen/entlassenen findet sich signifikant seltener als andere Bevölkerungsgruppen am ersten Arbeitsmarkt bzw. in Fördermaßnahmen. Die Ursachen dafür sind vielfältig und auf unterschiedlichen Ebenen zu suchen. Zentrale Faktoren sind: fehlende Berufsausbildung, fehlende soziale Fertigkeiten, die zur Arbeitssuche/am Arbeitsplatz benötigt werden sowie Mangel an Berufserfahrung. Hinzu kommt, dass berufsbezogene Fördermaßnahmen aus dem Strafvollzug nach dem Entlassungszeitpunkt - zumeist abrupt - abbrechen, was die ohnehin schwierige Übergangssituation noch verschärft.

Mit dem Projekt "Schritt für Schritt" soll eine umfassende, individuelle Entwicklungsplanung über den Entlassungszeitpunkt hinaus ermöglicht werden:
Alle entwicklungsbezogenen Maßnahmen der Inhaftierten werden gemeinsam mit einer/m dafür zuständigen "Case Manager/in" geplant und über Organisationsgrenzen bzw. den Entlassungszeitpunkt hinweg adaptiert und begleitet. Eine umfassende bedarfsgerechte Ausweitung des Angebotes an Qualifikations- und Fördermaßnahmen ist geplant, ebenso die verstärkte Einbindung der MitarbeiterInnen der Justizanstalten.

Das IRKS führt als operativer Partner in der EntwicklungspartnerInnenschaft die Begleitforschung durch und hat ein Konzept entwickelt, das Evaluationsforschung und Beratung miteinander verbindet: Auf der Grundlage laufender Erhebungen, Beobachtungen und Analysen erfolgen regelmäßig und aktuell Rückmeldungen an das Projekt, wodurch während des Prozesses bedarfsgerechte und rasche Adaptierungen der Maßnahmen möglich sind. Auf diese Weise wird sowohl zur Entwicklung als auch zur Qualitätssicherung und zum Monitoring ein Beitrag geleistet.

Schwerpunkte der begleitenden Forschung:

1. Arbeit, Aus- und Fortbildung in den Projektanstalten und deren Rahmenbedingungen: Bestandsaufnahme und Defizitanalyse
2. Analyse der Anstaltspopulationen und Zielgruppendifferenzierung (unter Einbeziehung sozial-anamnestischer Daten)
3. Entwicklung der TeilnehmerInnendokumentation (gemeinsam mit Neustart)
4. Erhebungen und Analysen zu Projektverlauf, Maßnahmenteilnahmen und Treffsicherheit
5. Fallstudien mit TeilnehmerInnen;
6. Erhebungen und Analyse in Hinblick auf die Integration der Projektaktivitäten in den Regelbetrieb

Endbericht pdf
Bedürfnisse weiblicher und männlicher Strafgefangener vor und nach der Entlassung - Ergebnisse der Fragebogenbefragung.pdf

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