Unsicherheitserfahrungen von StadtbewohnerInnen  und Wahrnehmung von „Unsicheren Orten“ im Stadtraum: Ergänzende Auswertungen zur (Un)Sicherheitstopographie der Stadt

Im Mittelpunkt des von der MA 18 beauftragten Projekts stehen ergänzende und weiterführende Auswertungen des Rahmen des INSEC-Projekts gesammelten Datenmaterials mit den jeweils angemessenen statistischen und qualitativen Methoden. Dabei sind vor allem die  stadtplanungsrelevanten Daten zu berücksichtigen, die einen konkreten Bezug zum städtischen Raum aufweisen, wobei die Strategie der Auswertung mitberücksichtigen sollte, inwiefern Unsicherheit und soziale Irritationen aus einigermaßen normalen bis problematischen Aspekten von (ethnischer, oder auch sonstiger) Diversität im städtischen Raum resultieren, aus unerwünschten Nutzungen und Aneignungen relativ attraktiver Räume, aus an sich normalen bzw. zulässigen Nutzungskonkurrenzen in bestimmten Settings, aus schlichter Präsenz von Randgruppen oder von Personen, die bestimmten anerkannten oder noch auszuhandelnden Respektabilitätsansprüchen und Verhaltensstandards nicht genügen (können), aus verschiedenen Aspekten von „physical disorder“ (baulicher Verfall, Mängel der Instandhaltung, Vernachlässigung), aus effektiver Konfrontation und Einschüchterung, aggressiven Verhaltensweisen, riskanten Begegnungen etc. - und was sich daraus für die Gestaltung städtischer Räume und die Regulierung des großstädtischen Alltags ableiten lässt.

Zunächst wird eine vertiefte Auswertung der INSEC-Daten (mit Raum- bzw. Stadtplanungsbezug) durchgeführt. Im Anschluss sind die gewonnenen Ergebnisse  auf das in Wien erhobene Material zu beziehen, das ein durchgängiges Muster erkennen lässt, das als „culture of security“ charakterisiert werden kann. Ergänzend wäre noch zu reflektieren, ob und inwiefern die INSEC-Daten mit anderen relevanten sozialwissenschaftlichen Befunden zu aktuellen städtischen Lebensbedingungen übereinstimmen, z.B. die einschlägigen Fragen der Studie „Leben und Lebensqualität in Wien“ (2003).

Ein zweites Auswertungsmodul soll nochmals explizit der Frage nachgehen, wieweit die INSEC-Daten (sowohl das quantitative wie qualitative Material) Aussagen oder Befunde zum Stellenwert der „Angst vor dem Fremden“ bzw. „den Fremden“ erlauben, und wie sich diese Aussagen und Befunde in die vorhandene Forschungsliteratur zu diesem Thema einfügt.


< Kriminalität und (Un)Sicherheit
< mehr zu INSEC - Insecurities in European Cities
< Startseite