Aktuelles

Kolloquium

Digital Identities and Governmentality

The alluring yet elusive promise of perfect universal identification is one of the most pervasive characteristics of the policy discourse on modern identification. It is the disconnect between the promise of an ideal future and the technical failures of the present that allows the flexibility necessary for those tasked with governing to reconcile the messiness of reality with the abstract dictates of bureaucracy, while legitimizing these decisions in routine practice. Yet for those who are subjected to such programs, identification is a mixed blessing. Instead of clarifying and simplifying the relationship between those who have legitimate claims on the state and the agencies set up to help or protect them, identity regimes create technological black boxes whose output is often a matter of life and death. These dynamics will be discussed in the contexts of the US military’s deployment of mobile biometrics and India’s Unique ID project, opening discussion towards questions of what lessons can be learned for dealing with identification in a digitized society.

Dr. Travis Hall is an Associate Researcher at the Humboldt Institute for Internet and Society in Berlin, Germany.

Date: 30. January 2014 14:00
Location: Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Museumstraße 5/12, 1070 Wien



Vortrag

Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung: Modelle unterstützter Entscheidungsfindung

auf der ÖKSA-Jahrestagung 2013 zum Thema

Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. Sachwalterschaft und Alternativen im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention

Hemma Mayrhofer stellt in ihrem Beitrag auf der ÖKSA-Jahrestagung 2013 unter Rückgriff auf internationale Erfahrungen unterschiedliche Möglichkeiten vor, wie unterstützte Entscheidungsfindung ("supported decision making") in die Praxis umgesetzt werden kann bzw. aktuell bereits umgesetzt wird. Dabei wird nach der rechtlichen Verankerung von unterstützter Entscheidungsfindung, dem Verhältnis zu Systemen stellvertretender Entscheidung ("substituted decision making"), den konkreten Ausformungen der Unterstützungsmodelle und den Zugangsmöglichkeiten zu unterstützter Entscheidungsfindung gefragt. Abschließend sollen auf Basis der bereits vorliegenden Umsetzungserfahrungen und der wissenschaftlichen Fachdiskussion zum Thema einige neuralgische Punkte einer guten Praxis der unterstützten Entscheidungsfindung benannt werden.

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Date: 21. November 2013 09:45
Location: Landhaus Bregenz



Kolloquium

Justizielle Reaktionen und Sanktionen: Österreich 1990-2011

Eine einschneidende und politisch kontroverse Sanktionsreform 2007 in der Schweiz gab den Anlass, bei der jüngsten Tagung der Kriminologischen Gesellschaft in Fribourg einen Dreiländervergleich D-A-CH in Bezug auf die bemerkenswert unterschiedlichen Reaktionen der Justiz auf Straftaten und auf Wiederverurteilungsraten zu versuchen. Die Arbeit am Vergleich wurde mit dieser Tagung initiiert, ist aber noch nicht abgeschlossen.  Doch auch die Beschäftigung allein mit der Entwicklung in Österreich ist in vielfacher Hinsicht aufschlussreich. Sie zeigt die Strafprozessnovelle 1999 als faktisch einschneidendste Sanktionsreform seit dem StGB 1975, durch die sich die Gewichte von bedingten und unbedingten, von Geld- und Freiheitsstrafen, von informellen Reaktionen (Diversion) und formellen Sanktionen (Verurteilungen) massiv verschoben haben. Die veränderten Reaktions- und Sanktionsmuster lassen sich unter dem Gesichtspunkt der „Punitivität“ des gesellschaftlichen Umgangs mit Kriminalität diskutieren. Zum anderen lässt sich die Frage stellen, wie weit seit langem regelmäßig erhobene Wiederverurteilungsraten es erlauben, Aussagen über die Wirkung sich verändernder Reaktions- und Sanktionspraktiken zu treffen. Die kleine Studie bietet auch Gelegenheit, über Stärken und Schwächen vorhandener Daten zu reden.

Zum Referenten: Arno Pilgram ist Dozent für Rechts- und Kriminalsoziologie an den Universitäten Frankfurt/Main und Wien; von 1973 bis 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter, mehrere Jahre auch Leiter des IRKS; interessiert an der sozialwissenschaftlichen Weiterentwicklung der Sicherheits- und Justizberichterstattung.

Date: 12. December 2013 10:00
Location: Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Museumstraße 5/12, 1070 Wien



Kolloquium

Schwerwiegende Umweltzerstörungen als Völkerrechtsverbrechen?

Die Verursachung "weit reichender, langfristiger und schwerer Schäden an der natürlichen Umwelt" in bewaffneten Konflikten ist bereits ein anerkanntes Völkerrechtsverbrechen und fällt damit in die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Die 2010 ins Leben gerufene "Eradicating Ecocide Global Initiative" fordert, auch für schwerwiegende Umweltzerstörungen zu Friedenszeiten dem Internationalen Strafgerichtshof die Zuständigkeit zu übertragen.

Damit gäbe es erstmals die Möglichkeit, unabhängig von nationalen Interessen und nach weltweit einheitlichen Standards Einzelpersonen für die von ihnen zu Friedenszeiten verschuldeten Schäden an der Umwelt zur Verantwortung zu ziehen. Die Haftung von Einzelpersonen für schwerwiegende Umweltschäden lässt eine weit abschreckendere Wirkung erwarten als die derzeit meist üblichen Verfahren, die häufig mit Geldbußen oder Schadensersatzzahlungen für Unternehmen enden.

Zur Referentin: Julika Dittrich ist deutsche Juristin und lebt in Wien. Seit Ende 2010 ist sie tätig für die von der Britin Polly Higgins gegründete Initiative "Eradicating Ecocide Global Initiative".

Date: 21. November 2013 14:00
Location: Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Museumstraße 5/12, 1070 Wien



Vortrag

Jugendfürsorge und Gewalt

In den Heimen, in die von der Wiener Jugendfürsorge »Zöglinge« eingewiesen wurden, gab es Gewalt, und zwar sowohl Gewaltexzesse als auch andauernde psychische und physische Gewalt. Erst spät ist es zu einer Abgrenzung von jenen Traditionen des Umgangs mit »Asozialen« gekommen, die sich – über das Jahr 1945 hinaus – jahrzehntelang und bis in die Gegenwart fortsetzen konnten.

Bei der Tagung soll der Frage nachgegangen werden, welche Techniken der Stigmatisierung, Verfolgung, Bestrafung, Absonderung und Internierung angewendet wurden und mit welchen gesellschaftlichen Diskursen diese Praktiken verknüpft sind.

Hemma Mayrhofer vom IRKS referiert ab 18:00 h zum Thema "Kontrollversagen hinter Normalitätsfassaden: Zur Beschaffenheit institutioneller Gelegenheitsstrukturen für Missstände in Heimen am Beispiel der Wiener Jugendwohlfahrt in den 1970er-Jahren".

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Zum Teilbericht der Studie >

 

Date: 06. December 2013 09:45
Location: Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien



Publikation

Migrationsmanagement

Migrationsmanagement umfassend beleuchtet - aus praktischer, theoretischer und politischer Sicht. Arno Pilgram hat dafür einen Beitrag zu "Kriminalität und Sozialkontrolle" verfasst. Diese mehrdimensionelle Betrachtung von Migrationsforschung haben Gudrun Biffl (Donau-Universität Krems) und Nikolaus Dimmel (Universität Salzburg) soeben herausgegeben.

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Interview

Neurowissen vor Gericht

Zu den Behauptungen neurowissenschaftlicher Devianzforschung und deren (möglicher) rechtlicher Implikationen - Veronika Hofinger im Interview.

Nachzulesen in der Furche >



Working Paper

Neurobiologische Grundlagen von Kriminalität

Der aktuelle Diskurs über neurobiologische Grundlagen von Kriminalität aus einer kritischen sozialwissenschaftlichen Perspektive aufgearbeitet - ein Working Paper von Veronika Hofinger.

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Interview

IRISS im Gespräch

Überwachungstechniken und ihre (un-)erwünschten Risiken und Nebenwirkungen. Wie diese von staatlicher und kommerzieller Seite genutzt werden und welche gesellschaftlichen Implikationen dies hat, ist Ziel des im Februar 2012 angelaufenen Projects IRISS.

Der Standard: Netizens, Netzzombies und Nacktscanner >
ORF.at: Forscher nehmen Überwachung unter die Lupe >
Die Presse: Neue Konzepte gegen den Überwachungsstaat >
Wiener Zeitung: Big Brother's Feigenblatt >



Interview

Das Gesetz des Schweigens

Österreich im März 2012: Beobachtungen zur Funktionsweise eines Machtapparats im Vorschein seiner drohenden Demontage - und zum Zustand eines Gemeinwesens im faszinierenden Wechselspiel zwischen Hysterie und Gemütlichkeit - von Reinhard Kreissl.

Nachzulesen auf derStandard.at >