Menschen mit Behinderung in der Wr. Psychiatrie von der Nachkriegszeit bis in die 1980er Jahre

Zeithistorisch-sozialwissenschaftliche Fallstudien zu Pavillon 15 "Am Steinhof"/Otto-Wagner-Spital und Abteilung für entwicklungsgestörte Kinder am Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel im Gesamtzusammenhang der Wr. Psychiatrie und Behindertenhilfe


Den Ausgangspunkt für die Erforschung der beiden stationären Einrichtungen bilden die aktuellen Vorwürfe in Bezug auf pflegerisch-betreuerische Missstände sowie menschenunwürdige Zustände bzw. ebensolche medizinische Behandlungsweisen durch ÄrztInnen gegenüber Kindern und Jugendlichen mit Behinderung im Pavillon 15 des Otto-Wagner-Spitals (ehem. "Am Steinhof") sowie im Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel in der Ära Rett (1966-1989).

Die Studie setzt an diesen Vorwürfen an, geht aber über die wissenschaftliche "Aufklärung" einzelner Kritikpunkte und die Diskussion ihrer rechtlichen Relevanz hinaus. Ziel ist es, die medizinische Behandlungspraxis und pflegerische sowie psychosoziale Betreuungssituation in den beiden stationären Einrichtungen umfassend auf breiter Datenbasis zu rekonstruieren und im institutionellen, rechtlichen, wissenschaftlich-disziplinären und gesellschaftlichen Kontext der Wr. Psychiatrie und Behindertenhilfe zu verorten. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei auch den individuellen Lebensschicksalen der betroffenen Personen mit Behinderung zukommen, ihrem familiär-sozialen Hintergrund (unter Berücksichtigung der Lebenslagen der Angehörigen), den institutionellen "Karrieren" unter Einbezug von Aspekten sozialer Ungleichheit, Ressourcenarmut und sozialer Marginalisierung sowie ihrem Leben nach der Zeit in der entsprechenden stationären Einrichtung und ihrer derzeitigen Lebenssituation. Abschließend ist eine komparative Analyse der Forschungsergebnisse mit wissenschaftlichen Studienergebnissen zu vergleichbaren Einrichtungen bzw. Unterbringungs- und Betreuungsangeboten für Menschen mit Behinderung im zeitlichen Kontext in Österreich und exemplarisch in anderen europäischen Ländern vorgesehen.

ZeitzeugInnen können unter folgender Adresse Kontakt aufnehmen: hemma.mayrhofer@irks.at 

Auftraggeber:

Wiener Krankenanstaltenverbund

Projektleitung

Hemma Mayrhofer 

ProjektmitarbeiterInnen am IRKS

Katja Geiger, Walter Hammerschick und Veronika Reidinger

Externe ProjektmitarbeiterInnen

Gudrun Wolfgruber, Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit, Fachhochschule Campus Wien 

Wissenschaftlicher Projektbeirat

ao. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Forster, Universität Wien

Dr. Gert Lyon, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie

FH-Prof. Dr. Elisabeth Raab-Steiner, Fachhochschule Campus Wien

Prof. Dr. Darja Zaviršek, University of Ljubljana 

Projekt Laufzeit

Jänner 2015 - Juni 2016

Projekt Berichte