Erschienen bis 03/21

Artikel

Maßnahmenvollzug in Österreich platzt aus allen Nähten

Das Wirtschaftsblatt berichtet aktuell zur Situation des Maßnahmenvollzugs: "Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher", lautet immer häufiger das Urteil bei einem Strafprozess. In den 1970er-Jahren gesetzlich verankert, platzt der Maßnahmenvollzug mittlerweile aus allen Nähten. Denn durch Personalmangel und wenig Nachversorgung dauert die Anhaltung von geistig abnormen Rechtsbrechern oftmals länger als notwendig. Das IRKS hat zur Entwicklung der Zahlen im Maßnahmenvollzug bereits 2013 eine Studie fertiggestellt.



Interview

Studie zur Kronzeugenregelung

Mit 1.1.2011 wurde die große Kronzeugenregelung im österreichischen Strafprozessrecht zunächst auf sechs Jahre befristet eingeführt. Die Erwartungen an die neue Regelung waren groß: Man erhoffte sich, damit vor allem schwere und organisierte Verbrechen im Bereich der Wirtschaftskriminalität aufklären zu können. Bis dato wurde von dieser Möglichkeit, mit der Staatsanwaltschaft als Kronzeuge zusammenzuarbeiten und damit einer Verurteilung zu entgehen, jedoch sehr selten Gebrauch gemacht. Veronika Hofinger erstellt erste Studie über den Probebetrieb in Österreich, zur Sammlung von Erfahrungswerten und Wünschen der Praxis sowie zur Erstellung von Grundlagen für ein Handbuch.

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Kommentar

Josef S. oder: Das Versagen der Politik

Im Fall Josef S. ist nicht nur die Rolle der Justiz beschämend, die sich der Suche nach einem beliebigen Sündenbock einfach anzuschließen scheint. Er zeigt auch das Grunddilemma einer politischen Kultur an, in der niemand mehr eine klare Position einnimmt. Reinhard Kreissl im Kommentar der anderen >



Award

2014 European RJ Award an Christa Pelikan

Im Rahmen der 8. Konferenz des European Forum for Restorative Justice wurde Christa Pelikan mit dem European Restorative Justice Award 2014 ausgezeichnet. Wir freuen uns mit ihr und gratulieren herzlichst! Der Preis würdigt herausragende Leistungen zur Förderung und Weiterentwicklung von Restorative Justice in Wissenschaft und Praxis und wurde heuer zum dritten Mal vergeben. Christa Pelikan hat bereits die Einführung des außergerichtlichen Tatausgleichs im Jugendstrafrecht und später im allgemeinen Strafrecht in Österreich wissenschaftlich begleitet. Seither hat sie in zahlreichen nationalen wie internationalen Projekten zu Restorative Justice geforscht. Sie ist eine Schlüsselfigur in der Organisation und Gründung des European Forums gewesen, das 2000 in Leuven entstanden ist. In den Jahren 1996-1999 war sie die Vorsitzende des Expertenkomitees "Mediation in Strafrechtsangelegenheiten" des Europarats.

Laudatio des EFRJ Vorsitzenden Michael Kilchling >

8. EFRJ Konferenz und Preisverleihung:

 



Publikation

Sachwalterschaft, Clearing und Alternativen zur Sachwalterschaft

Vor dem Hintergrund stark ansteigender Sachwalterbestellungen gibt es bereits seit den 1990er Jahren Bemühungen diese einzudämmen und den Einsatz der knappen Kapazitäten der Vereinssachwalterschaft effizienter zu gestalten. Diese Ziele sollten durch ein Bündel von Maßnahmen erreicht werden, die schließlich unter der Bezeichnung „Clearing“ zusammengefasst wurden. Einerseits wurde angestrebt, anregende Personen gezielt über subsidiäre Hilfen zu beraten. Andererseits wollte man die Bereitschaft und Motivation nahe stehender Personen fördern, eine Sachwalterschaft zu übernehmen oder fortzuführen. In ersten Pilot- und Modellprojekten erwiesen sich zudem auch die vorübergehende Vertretung durch professionelle Sachwalter im Bestellverfahren und das Erstellen von Fallberichten an die Gerichte als vielversprechende Mittel, um die Anzahl an endgültigen Sachwalterbestellungen zu beschränken.