Neu Erschienen

Forschungsprojekt

Studie zur Kronzeugenregelung

Die große Kronzeugenregelung nach §§ 209a und 209b StPO wurde mit 1.1.2011 auf sechs Jahre befristet eingeführt. Man erwartete sich von der neuen Regelung die Aufklärung schwerer Wirtschafts- und Korruptionsdelikte sowie die Beschleunigung langer, komplexer Verfahren. Abgesehen von dem unter dem Schlagwort „Telekom-Affäre“ bekannt gewordenen Fall kam die Kronzeugenregelung bisher jedoch nur sehr selten zur Anwendung. Die nun zur Veröffentlichung freigegebene Studie zielt darauf ab, bisherige Erfahrungen aus der Praxis zu sammeln, um diese in ein Handbuch und in die Neuformulierung der Regelung einfließen zu lassen. 



Artikel

Eine Desistance-orientierte What Works-Praxis?

Dieser in der Fachzeitschrift Soziale Probleme erschienene Artikel beschäftigt sich mit aktuellen Veränderungen in der österreichsichen Bewährungshilfe. Mit der Einführung der Deliktverarbeitung, eines Programms zur Senkung des Rücfallrisikos, das auf verhaltenstherapeutischen Ansätzen beruht, folgt die Bewährungshilfe dem What-Works-Ansatz. Der Artikel prüft aus der Perspektive der Desistance Forschung, die gerade in Abgrenzung zum risikoorientierten What Works entstanden ist, wie sich diese Neuerungen auswirken. Was beudetet diese Re-Orientierung für die Beziehung zwischen BewährungshelferIn und KlientIn? Verdrängt die Arbeit am Rückfallrisiko die Hilfe zur Sozialintegration? Und wie beurteilen jene, die das Programm durchlaufen haben, seine Wirkung? 



Abschlussbericht

Delinquenz ausländischer Staatsangehöriger in Wien

Im Gegensatz zur medialen und sicherheitspolitischen Kurzzeitperspektive der polizeilichen Kriminalberichterstattung untersucht das Projekt langfristige Kriminalitätsentwicklungen und berücksichtigt nicht nur sämtliche rechtspflegestatistische Daten, sondern setzt sich auch mit der Mehrdeutigkeit von statistischen Daten zu Strafanzeigen auseinander. Der Abschlussbericht liegt nun vor.



Artikel

Soziale Kontrolle in strafrechtlichen und mediativen Verfahren

Das formalisierte Strafverfahren und der strafrechtliche Tatausgleich sind nicht nur unterschiedliche Verfahrensweisen, um strafrechtliche Delikte zu prozessieren. Im Beitrag wird gezeigt, dass es sich um einander diametral entgegengesetzte soziale Kontrollformen handelt, die verschiedenen sozialen Ordnungssystemen angehören: der rechtlichen und der alltäglichen Ordnung, die so das Argument durch einen Bruchvoneinander getrennt sind. Fallbeispiele, die einem internationalen Mediationsprojekt entnommen sind, illustrieren die Analyse. 



Unterstützung zur Selbstbestimmung

Unter dem Titel "Unterstützung zur Selbstbestimmung" führte das BMJ gemeinsam mit den Sachwalterschafts-Vereinen von März 2014 bis Dezember 2015 ein Modellprojekt durch, das die Zielsetzung verfolgte, Sachwalterschaften zu reduzieren und personenzentrierten Unterstützungsformen zu erschließen, die sich an der Selbstbestimmung der Betroffenen orientieren. Das IRKS führte eine umfangreiche Begleitforschung durch, deren Ergebnisse für die Einführung eines obligatorischen Clearings und die Option, bei Bedarf ein Clearing Plus anzuschließen, sprechen.

Gemeinsam mit Justizmister Univ. Prof. Dr. Wolfgang Brandstätter wurde der Evaluationsbericht des IRKS am 22. März 2016 im Rahmen eines Presse-Gesprächs präsentiert. Die Executive Summary steht hier zum Download bereit.