Termine bis 03/21

Kolloquium

Schwerwiegende Umweltzerstörungen als Völkerrechtsverbrechen?

Die Verursachung "weit reichender, langfristiger und schwerer Schäden an der natürlichen Umwelt" in bewaffneten Konflikten ist bereits ein anerkanntes Völkerrechtsverbrechen und fällt damit in die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Die 2010 ins Leben gerufene "Eradicating Ecocide Global Initiative" fordert, auch für schwerwiegende Umweltzerstörungen zu Friedenszeiten dem Internationalen Strafgerichtshof die Zuständigkeit zu übertragen.

Damit gäbe es erstmals die Möglichkeit, unabhängig von nationalen Interessen und nach weltweit einheitlichen Standards Einzelpersonen für die von ihnen zu Friedenszeiten verschuldeten Schäden an der Umwelt zur Verantwortung zu ziehen. Die Haftung von Einzelpersonen für schwerwiegende Umweltschäden lässt eine weit abschreckendere Wirkung erwarten als die derzeit meist üblichen Verfahren, die häufig mit Geldbußen oder Schadensersatzzahlungen für Unternehmen enden.

Zur Referentin: Julika Dittrich ist deutsche Juristin und lebt in Wien. Seit Ende 2010 ist sie tätig für die von der Britin Polly Higgins gegründete Initiative "Eradicating Ecocide Global Initiative".

Date: 21. November 2013 14:00
Location: Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Museumstraße 5/12, 1070 Wien



Vortrag

Jugendfürsorge und Gewalt

In den Heimen, in die von der Wiener Jugendfürsorge »Zöglinge« eingewiesen wurden, gab es Gewalt, und zwar sowohl Gewaltexzesse als auch andauernde psychische und physische Gewalt. Erst spät ist es zu einer Abgrenzung von jenen Traditionen des Umgangs mit »Asozialen« gekommen, die sich – über das Jahr 1945 hinaus – jahrzehntelang und bis in die Gegenwart fortsetzen konnten.

Bei der Tagung soll der Frage nachgegangen werden, welche Techniken der Stigmatisierung, Verfolgung, Bestrafung, Absonderung und Internierung angewendet wurden und mit welchen gesellschaftlichen Diskursen diese Praktiken verknüpft sind.

Hemma Mayrhofer vom IRKS referiert ab 18:00 h zum Thema "Kontrollversagen hinter Normalitätsfassaden: Zur Beschaffenheit institutioneller Gelegenheitsstrukturen für Missstände in Heimen am Beispiel der Wiener Jugendwohlfahrt in den 1970er-Jahren".

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Date: 06. Dezember 2013 09:45
Location: Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, 1080 Wien



Institutskolloquium

Rechtliche Herausforderungen des Technikeinsatzes in der Altenpflege

Eine rechtssoziologische Perspektive auf Ambient Assisted Living

Walter Fuchs & Leo Bachinger

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in westlichen Gesellschaften werden große Hoffnungen in assistive Technologien im Bereich der Altenpflege gesetzt: „Ambient Assisted Living“ (AAL)-Systeme sollen die Kosten von Pflegedienstleistungen dämpfen und die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben im Alter verbessern. Bislang wenig erörtert werden rechtliche Herausforderungen solcher unterstützenden Anwendungen. Ausgehend von theoretischen Überlegungen zur normativen Wirkung „intelligenter“ Algorithmen stellen wir rechtliche Problemwahrnehmungen relevanter Akteure im AAL-Feld in Österreich vor. Insbesondere in Bezug auf Haftungs- und Datenschutzfragen zeigen sich beträchtliche Unsicherheiten. Diese Ergebnisse diskutieren wir unter Gesichtspunkten der Actor-Network-Theory und des Rechtspluralismus. Eine angemessene rechtliche Regulierung sollte, so unser Argument, nicht nur die Perspektive Betroffener miteinbeziehen, sondern auch in der Lage sein, die Inhalte technischer Programmierungen zu beeinflussen.

Date: 10. Oktober 2013 10:00
Location: Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Museumstraße 5/12, 1070 Wien



Vortrag

Anhörung vor dem LIBE Ausschuss

Reinhard Kreissl wird am 24. September 2013 vor dem Committee on Civil Liberties, Justice and Home Affairs des Europäischen Parlaments zum Thema "Electronic Mass Surveillance of EU-Citizens" ein Statement abgeben. Vor dem Hintergrund der NSA-Affäre findet ist nun zum dritten Mal eine Reihe von Sessions, zur Befragung von Experten, einberufen worden. Das IRKS untersucht das Verhältnis von EU-BürgerInnen zum Thema Überwachung im Projekt IRISS (Increasing Resilience in Surveillance Societies).

Online Stream der Session >

Programm der Befragung >

Näheres zu IRISS >

Date: 24. September 2013 17:30
Location: Europäisches Parlament



Kolloquium

Tötung eines jugendlichen Supermarkteinbrechers – Der Fall Krems-Merkur

In einer Augustnacht 2009 wird in einer Filiale der Supermarktkette Merkurmarkt ein jugendlicher Einbrecher von einem Polizisten mit dessen Dienstwaffe tödlich verwundet. Dr. Simone Jungwirth referiert am IRKS über die darauffolgende hitzige öffentliche Debatte, die u.a. Fragen aufwirft, wie sich Reaktionen auf polizeiliches Handeln gestalten und wann polizeiliches Handeln richtig oder falsch ist.

Date: 12. September 2013 10:00
Location: Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Museumstraße 5/12, 1070 Wien