community work’s

Gemeinwesenarbeit als Sicherheitsfaktor im öffentlichen Raum: Wirkerkenntnisse und Erfolgsfaktoren


Das Projekt will über elaborierte Wirkungsevaluation fundierte Wirkerkenntnisse zu unterschiedlichen Gemeinwesenarbeit-Ansätzen im öffentlichen Raum bereitstellen und eine evidenzbasierte Praxis fördern.

Ausgangssituation, Problematik und Motivation: Die internationale Forschung zu Sicherheit im öffentlichen Raum verdeutlicht die Vielzahl an Unsicherheits- und Verunsicherungsfaktoren, die in komplexer Weise auf physisch-räumlicher, individueller/psychischer und sozialer Ebene zusammenwirken. Problemlagen wie Sachbeschädigungen, Lärmbelästigung, diskriminierende räumliche Verdrängungs- und Aneignungsprozesse bis hin zu Vorfällen physischer Gewalt und Körperverletzung spielen dabei eine Rolle, auch wenn ihre Ursachen und Konstellationen sehr verschieden sein können. Faktisch können damit große Belastungen des kommunalen Zusammenlebens und auch des persönlichen Sicherheitsgefühls der NutzerInnen und AnrainerInnen des öffentlichen Raumes einhergehen.

Neben herkömmlichen Maßnahmen (techn. Überwachung, erhöhte Polizeipräsenz etc.) sind soziale Maßnahmen ein wichtiger Sicherheitsfaktor im öffentlichen Raum, die respektvolle, interessenssensible Aushandlung, Empowerment und zivilgesellschaftliches Engagement im Sozialraum zu stärken vermögen. Gemeinwesenarbeit (GWA) ist ein international anerkanntes Konzept, das die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen eines Gemeinwesens unter Partizipation der Betroffenen zum Ziel hat. Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation im Sinne von kollektivem Empowerment werden gefördert. GWA wird als Strategie gesehen, Gewalt im Gemeinwesen zu verringern und subjektive sowie objektive Sicherheit zu erhöhen. 

Ziele und Innovationsgehalt: Gegenwärtig existieren verschiedene GWA-Ansätze in Österreich, es fehlen aber fundierte, aussagekräftige Wirkerkenntnisse zu den implementierten Ansätzen. Aber nur auf solch einer Wissensbasis kann die Praxis tatsächlich zugleich innovativ als auch evidenzbasiert weiterentwickelt werden – also best practice entstehen.

  • Das Forschungsvorhaben generiert mittels aussagekräftiger Wirkungsevaluation wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über sicherheitsrelevante Wirkungen verschiedener GWA-Ansätze im öffentlichen Raum.
  • Darauf aufbauend werden übergreifende als auch kontextspezifische Erfolgsfaktoren und Richtlinien für eine evidenzbasierte Konzeption und Umsetzung von GWA-Projekten identifiziert und deren Übertragbarkeit auf andere Kommunen und Kontexte geprüft. Sie werden systematisch an relevante Bedarfsgruppen in Österreich vermittelt und mit diesen gemeinsam in praxiswirksames Handlungswissen transformiert.

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse 

  • Umfassende Wirkerkenntnisse zu vier evaluierten GWA-Maßnahmen im öffentlichen Raum
  • Katalog an evidenzbasierten Erfolgsfaktoren für die Konzeption, Gestaltung und Implementierung innovativer GWA-Ansätze im öffentlichen Raum
  • Handlungs-/Umsetzungsempfehlungen für kommunale EntscheidungsträgerInnen, GWA-Einrichtungen und andere SicherheitspartnerInnen (z.B. Polizei/Präventionsbeamte),
  • Instrument zur wirkungsorientierten Selbstevaluation für GWA-Maßnahmen im öffentlichen Raum

Das Projekt wird innerhalb des Sicherheitsforschungs-Förderprogramm KIRAS durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie(BMVIT) gefördert.

 

 

Projektpartner/Bedarfsträger

Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit/FH Campus Wien

Bundesministerium für Inneres

Projekt Laufzeit

März 2020 bis Februar 2022

Projektleitung

Hemma Mayrhofer

Wissenschaftliche Geschäftsführung/ Leitungsteam


ProjektmitarbeiterInnen

Andrea Fritsche

Wissenschaftliche Mitarbeiterin