HC-POL-DATA

Systematische Erfassung diskriminierender Motivlagen bei Strafanzeigen


Das Projekt HC-POL-DATA zielt darauf ab, das Erfassen diskriminierender Motivlagen bei Strafanzeigen auf wissenschaftlicher Basis zu verbessern. Vorurteilsmotivierte Straftaten im Sinne einer „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“, für die sich international der Begriff „Hate Crime“ eingebürgert hat, sind unter anderem gemäß ständiger Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu Artikel 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Benachteiligungsverbot) sowie der EU-Opferschutzrichtlinie durch die Mitgliedsstaaten sichtbar zu machen und umfassend statistisch zu dokumentieren.

Hasskriminalität wird in Österreich derzeit ausschließlich im Rahmen politisch motivierter Kriminalität – vor allem im Hinblick auf Rechtsextremismus – erfasst. Vor diesem Hintergrund soll das Projekt die Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes dabei unterstützen, das Phänomen umfassend zu erfassen und die internationalen Verpflichtungen besser umzusetzen. Erreicht werden soll dies durch technische Lösungen der Datenaufzeichnung, durch Schulungen von Polizeiangehörigen sowie eines Dialogs mit zivilgesellschaftlichen Einrichtungen.

Das IRKS begleitet diesen Prozess als wissenschaftlicher Partner, unter anderem durch international vergleichende Studien zur Datenerfassung, systematische Beobachtungen des Implementierungsprozesses und ein Abgleichen der erhobenen Zahlen mit anderen Datenquellen (auch zum Dunkelfeld). 

Das Projekt wird aus Mitteln des Programms "Rechte, Gleichstellung und Unionsbürgerschaft - REC" der Europäischen Union (2014-2020) finanziert.

 

Projektpartner:

Bundesministerium für Inneres (Abteilungen Grund- und Menschenrechte sowie Kriminalanalyse)

Projektleitung und Durchführung:

Walter Hammerschick & Walter Fuchs

Projekt Laufzeit

Juli 2019 bis Juni 2021