Wider die Abkehr von Opferorientierung, Ausgleich und Widergutmachung

Die Gesetzwerdung des Tatausgleichs im Jahr 1989 markiert eine spektakuläre Zäsur in Österreichs strafrechtlicher Theorie und Praxis, weil damit der Grundsatz „Reaktion auf Kriminalität ist ausschließlich Staatsangelegenheit“ aufgegeben wurde. Zahlreiche nationale wie auch internationale empirische Studien zeigen seither, dass die strafrechtliche Mediation bei den Opfern große Zustimmung findet und bei den Beschuldigten mit niedrigen Rückfallraten einhergeht. Trotz dieser positiven Befunde und trotz gegenteiliger internationaler Entwicklungen sind die Zuweisungen zur Konfliktregelung (sowie zur Diversion generell) in Österreich rückläufig. Der Beitrag diskutiert die Gründe dafür und sucht nach Gegenstrategien und möglichen Ausweitungen des Tatausgleichs, auch auf andere strafjustizielle Bereiche.


Autoren

Wolfgang Stangl

Konsulent


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