Verbesserung der Datengrundlagen für die Kriminaljustiz

Im Bereich der Kriminalrechtspflege entsteht laufend und mit nicht unbeträchtlichem Auf-
wand eine Reihe von Statistiken. Eine Synthese derselben zu einer umfassenden statistischen
Darstellung der Kriminalrechtspflege, des justiziellen Umgangs bzw. des rechtlichen Verfahrens mit Straftaten und involvierten Personen, findet jedoch bisher nicht statt. Seit der Einstellung der „Statistik der Rechtspflege“ (herausgegeben von der Statistik Österreich) vor genau zehn Jahren ist die statistische Rekonstruktion der Kriminalrechtspflege noch ein Stück beschwerlicher, als sie es bis dahin ohnedies schon war. Seit dem Auslaufen der „Statistik der Rechtspflege“, einer in der Tat hochgradig unbefriedigenden Lösung (nicht nur für die Kriminaljustiz erdacht), hat sich am grundlegenden Problem der unkoordinierten und fragmentierten Erfassung der Kriminalrechtspflege durch die verschiedenen an ihr beteiligten Institutionen nichts Entscheidendes geändert.

Dem Scheitern einer umfassenden Statistik der Kriminaljustiz entspricht eine nicht integrierte „Sicherheitsberichterstattung“. Der jährliche Sicherheitsbericht der Bundesregierung, herausgegeben von BMI und BMJ, umfasst einen „Polizei-“ und einen „Justizteil“, welche ebenso wie deren einzelne Kapitel kaum aufeinander bezogen sind und kein Gesamtbild der polizeilichen und justiziellen Praxis zu vermitteln vermögen (Heinz 2006). Die Gründe dafür liegen nicht nur in unzureichenden Daten, mehr noch in einem historisch entstandenen Datenwildwuchs und lange fehlendem übergeordnetem Interesse an einer Integration der Datensammlung und -aufbereitung.

 


Autoren

Veronika Hofinger

Wissenschaftliche Geschäftsführung/ Leitungsteam

Arno Pilgram

Wissenschaftlicher Mitarbeiter



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