Maßnahmenvollzug

Im ersten Abschnitt dieses Berichts nehmen wir die zeitliche und quantitative Rekonstruktion der Anhaltungen nach § 21/1 und /2 StGB vor. Um die drei großen Segmente der im MNV angehaltenen Personengruppen, „Zugang“, Stand“ und „Entlassung“, nicht nur im Hinblick auf die Quantität exakt erfassen, sondern um auch den zeitlichen Verlauf der Anhaltungen dokumentieren zu können, haben wir eine prävalenzstatistische Darstellung der Anhaltungen entwickelt. Die quantitative Entwicklung der Insassenpopulation im Bereich beider Maßnahmen, die Entwicklung der Anhaltedauer, die Delikts- und Diagnoseverteilung Betroffener sowie eine Rekonstruktion der psychiatrischen Vorbehandlungen Untergebrachter werden in diesem Abschnitt vorgelegt und analysiert (Kapitel 2).

Besonderes Augenmerk wird in der Studie auf die Anwendung des § 45 StGB gelegt, in dem die bedingte Nachsicht vorbeugender Maßnahmen geregelt ist. Die Praxis der Anwendung im Bundesgebiet wird untersucht und die großen Unterschiede an den Straflandesgerichten werden interpretiert (Kapitel 3).

Wenn das Projekt auch auf die Frage der Einweisungen in den MNV fokussiert ist, so wäre es unbefriedigend, würde nicht auch der Stand der im Vollzug Angehaltenen und die Praxis der Entlassung in die Analyse Eingang finden, zumal die quantitative Bedeutsamkeit der Einweisung auch in Relation zu Insassenstand und Entlassungspraxis einzuschätzen ist. Daher finden sich in der abschließenden Zusammenfassung nicht nur operative Hinweise dafür, wie der Zugang zum MNV verringert werden kann, sondern es werden auch die Bedingungen analysiert, durch welche Maßnahmen die bedingte Entlassung aus dem MNV gesteigert werden kann.


Autoren

Wolfgang Stangl

Konsulent

Norbert Leonhardmair

Wissenschaftliche Assistenz (ehem.)



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