No. 15 Favelas als theoretische Provokation?

Soziale Exklusion, so der einhellige gesellschaftspolitische Tenor der Gegenwartsgesellschaft, gilt es zu vermeiden und dort, wo sie bereits entstanden ist, zu reduzieren. Inklusion ist auf breiter Ebene angesagt und findet sich als Ziel in zahlreichen politischen Programmen ausformuliert.

Aus der Erfahrung heraus, dass auch wir am Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie den gleichen Begriff, nämlich Exklusion, häufig verwenden, damit aber teilweise Verschiedenes meinen und uns auf unterschiedliche gesellschaftstheoretische Hintergründe beziehen, entstand die Idee, uns in einem Institutskolloquium mit dem Begriffsdual Inklusion/Exklusion vertiefend auseinanderzusetzen. Realisiert wurde diese Idee in der Konfrontation zweier unterschiedlicher Arbeiten von Institutsmitgliedern: Einerseits bezogen wir systemtheoretisch orientierte Auseinandersetzungen von Hemma Mayrhofer (2012) mit sozialer Inklusions- und Exklusionsarbeit im Kontext von Sozialer Arbeit mit ein, andererseits nutzten wir empirisches Forschungsmaterial von Katrin Kremmel (2012) zu jugendlichen Straftätern in São Paulo/Brasilien, deren Lebenszusammenhänge auf den ersten Blick durch weitgehende soziale Exklusion bzw. eine große Exklusionsgefährdung charakterisiert erscheinen.


Autoren

Hemma Mayrhofer

Wissenschaftliche Geschäftsführung/ Leitungsteam


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